Mein (Glüh)wein-Monat. Because, wine not?

Jeden Tag Glühwein

Einen Monat lang jeden Tag eine Tasse Glühwein bzw. ein Glas Wein trinken – mindestens. Das war mein großer Vorsatz im Dezember. Adventstauglich? Auf jeden Fall. Verrückt? Vielleicht ein bisschen. Ganz nach dem Motto „In vino veritas“ aber wahrhaftig auch eine echte Herausforderung. Jeden Tag Wein – fast schon Jenke-Experiment-würdig. Hier also nun der Erfahrungsbericht meines bis dato wohl fragwürdigsten Selbstversuchs. (Vielleicht mal abgesehen vom Schnecken essen. 😉 )

Disclaimer: Es tut mir leid, liebe Alkoholabstinenzler!

Die mit Abstand häufigsten Googlesuchen, über die vereinzelte Leser zu meinem Super Highend Lifestyle Awesome Adventure Blog finden, sind „Alkoholabstinenz“ und „Alkoholfreier Monat“. (Und mein Name – scheiß Stalker! 😉 ) Vielleicht ist es auch ein bisschen töricht von mir anzunehmen, dass ebendiese abstinenten Leser wiederkehrend meinen Blog aufrufen, nachdem ihnen in meinem Bericht über meine alkoholfreie Zeit erschreckend wenig weitergeholfen wurde und sie nach der Lektüre vermutlich eher das Gefühl haben, sie müssten sich mal wieder dringend einen Schluck genehmigen. Sollte sich an dieser Stelle dennoch jemand angesprochen fühlen – es tut mir aufrichtig leid. Erst Wasser trinken und dann Wein predigen, ist tatsächlich nicht die feine Münchner Art (da predigt man schließlich Bier, zefix!). Vielleicht können wir uns an dieser Stelle aber einfach darauf einigen, dass ihr mich als Negativbeispiel seht und daraus neue Kräfte schöpft? Wenn wir ganz ehrlich sind, ist das ja ohnehin meine Spezialgebiet. 😉

Jeden Tag Wein: Das hat mich der Kelch gelehrt

Glühwein Monat

Das Winter-Tollwood aka Schlaraffenland des Glühweins.

So, jetzt aber genug der großen Worte – nun will ich euch endlich reinen Wein einschenken (aber offensichtlich noch nicht genug der schlechten Wortspiele). Wie war es denn nun, tatsächlich jeden Tag Wein zu trinken? Um ehrlich zu sein – ich hatte es mir leichter vorgestellt. Erfahrungsgemäß verbringe ich im Advent jeden zweiten Tag auf dem Tollwood und auf anderen Münchner Christkindlmärkten und entsprechend nahm ich an, dass im Dezember ohnehin jeden Tag ganz von alleine eine undefinierte Anzahl Glühweintassen meinen Gaumen kitzeln würde. Was ich (und Donald Trump) dabei jedoch nicht bedacht hatten, war diese leidige Sache mit dem Klimawandel. Bei gefühlten (und tatsächlichen) 15 Grad Celsius, kommt eben auch im Dezember keine großartige Glühweinstimmung auf. So konnte ich im Winter 2016 meine Tollwood-Besuche ganz untypischerweise an nur einer Hand abzählen und griff hitzegeplagt generell auch eher zum kühlen Weißweinglas, als zur kopfschmerzträchtigen Glühweinflasche. So saß ich dann tagtäglich in der heimischen WG, um mir meine alltägliche Dosis zu gönnen – an guten Tagen in Gesellschaft meiner tapferen Trinkkumpanen, an schlechten in Gesellschaft von Günther Jauch – alleine – vor dem Fernseher. Und an Silvester bin ich weintechnisch sogar ein kleines bisschen übers Ziel hinausgeschossen. 😉

Fazit: Zu vergesslich für den Alkoholismus

Yaaay, man glaubt es kaum, aber ich habe tatsächlich endlich einmal wieder ein Monatsmotto ohne Wenn und Aber durchgezogen. Einen Monat lang jeden Tag Wein trinken – ich habs geschafft! (Gut, keine große Überraschung. Uns war ja allen irgendwie klar, dass gerade bei dieser Challenge meine Erfolgschancen quasi bei 100 Prozent lagen) Alles in allem kann ich aber sagen, dass der Weinmonat mir auch ein wenig die Augen geöffnet hat. Denn eines ist mir klar geworden: Ich tauge einfach nicht zum Alkoholiker. Nicht nur, dass ich mich häufig mangels Trinklustigkeit zu meinem täglichen Gläschen richtiggehend überwinden musste, ich habe meine tägliche Dosis zudem auch noch sehr häufig fast vergessen. So kam es nicht nur einmal vor, dass ich mir abends zu späterer Stunde noch schnell, energisch und heimlich mein Tässchen Glühwein reinpfeifen musste, um mein tagtägliches Soll zu erfüllen. …hmm, die ein oder andere Parallele zum Alkoholismus lässt sich da vielleicht doch erkennen. 😉

Backen lernen mal anders: Die unerwartet deliziösen Wendungen des Backmonats

backen lernen

Nachdem ich mich im Oktober zur Meisterin am Herd gemausert hatte (und mein Mitbewohner Michi somit endlich mal wieder seine Fähigkeiten als Meister an der Seife unter Beweis stellen konnte – irgendwer muss den ganzen Schmarrn ja abspülen), schien es mir nur konsequent, im November den Backmonat auszurufen. Backen lernen hat schließlich noch keiner braven Hausfrau geschadet und zudem malte ich mir aus, im baldigen Advent in einem Meer aus selbstgebackenen Plätzchen zu schwelgen. Doch dann kam alles ganz anders – und irgendwie sogar ein kleines bisschen besser.

Backen lernen VS. Schoko Crossies selber machen

Mit eigensinnigen Schoko Crossies Kreationen wollte ich in den Backmonat starten. Die werden zwar nicht gebacken, dachte ich mir, aber immerhin sind sie superlecker, also who cares? Die Schoko Crossies sollten quasi mein sanfter Einstieg in die verworrene Welt der Backkreationen werden, analog zu meinem salatigen Auftakt in den Kochmonat. Und ich wollte es dabei so richtig Krachen lassen: Smarties, M&M’s, zerstoßene Schokobons – bei meinen Schoko Crossies Variationen gab es nichts, das es nicht gab.

Damit dieser super Highend Lifestyle Blog (der, wenn wir mal ehrlich sind, eigentlich seit jeher eher ein leicht besorgniserregendes Essenstagebuch ist – aber pssst!) endlich auch einmal für euch, liebe Handvoll Leser, ein klein wenig sinnvoll wird und somit zumindest in Grundzügen eine Daseinsberechtigung erhält, will ich hier meine größten Entdeckungen aus der Welt der geschmolzenen Schokolade mit euch teilen. Super Tipps für Super Schoko Crossies Rezepte:

  • Das grandios-simple Grundprinzip: Schokolade schmelzen, allerlei Leckereien hineinpurzeln lassen, mit einem Löffel auf dem Backblech zu kleinen „Häufchen“ formen, auskühlen lassen – feddisch.
  • Die grenzenlose Welt der Schoko Crossies Inhalte: Wenns schmeckt, schmeckts auch in Schoko Crossies. 😉
  • Smarties und M&M’s machen sich besonders gut in den Crossies. Draufgänger mischen beides sogar.
  • Auf genug Schokolade zur Ummantelung achten, damit die Crossies nicht zerfallen.
  • Vollmilch, Zartbitter, Weiße Schokolade: Verschiedene Sorten lassen euch euer „Backwerk“ eher als „Werk“ rechtfertigen.
  • Geschmolzene dunkle Schokolade + Studentenfutter = ein Träumchen! (aber natürlich nur ohne Rosinen aka die verschrumpelten Trauben des Teufels)
  • Statt weißer Kouvertüre einfach mal weiße Schokolade mit Kokosflocken schmelzen – omnomnom.
  • In selbige weiße Kokosschokolade dann auch noch zerstoßene Kinder-Schokobons hineingeben – fertig ist die geschmacklich verboten-gute Mischung aus Raffaello und Überraschungsei! 😉
  • Bei den Sorten am besten möglichst viel variieren. So wisst ihr am Ende selbst nicht mehr, was in welcher Sorte drin ist, und die Crossies werden tatsächlich zum Überraschungsei.
  • Gut drauf aufpassen – die Schoko Crossies sind sonst schneller weg, als ihr euch über euer schokoladig-perverses Werk und dessen Folgen Gedanken machen könnt.
Back Monat Rezepte

Höher, schneller, weiter: Beim Schoko Crossies selber machen gibt es kein „too much“.

Fazit: Vom Backmonat zum Schoko-Crossies-Monat

Ihr kennt das ja mittlerweile schon von mir – mein Monatsmotto ist wieder einmal ganz anders verlaufen, als anfangs gedacht. Diesmal habe ich es so gar nicht gebacken gekriegt (höhöhö). Der ursprüngliche Plan „Backen lernen“, wurde in Nullkommanichts ersetzt durch das Vorhaben, sämtliche Schoko Crossies Optionen der Welt auszuschöpfen. Und die sind zahlreich – ich habe den Monat etwa 3-4 Fuhren nachgebacken und wage es immer noch nicht zu behaupten, die allwissende Anso der Schoko Crossies zu sein (das wäre aber auch ein bisschen arg anmaßend – selbst für meine Verhältnisse). Mir wird also fast nichts anderes übrig bleiben, als eines Tages den zweiten Teil der Crossies-Extravaganza auszurufen. Das Comeback der Kouvertüre – coming soon. (…naja, vielleicht auch nicht ganz so soon – die Dinger hängen mir schon echt ziemlich zum Hals raus! 😉 )

Mein Kochmonat: Kulinarische Ergüsse und andere Highlights aus der Küche

Rezept Nacho Salat

Nach einer kurzen Sommerpause (aka Hardcore-Hausarbeiten-„Masterstudium is serious business“-Phase), meldete ich mich im Herbst endlich zurück zur Monthly Madness. Inspiriert und initiiert durch Ingmar (aka der Sternekoch meines Vertrauens), wurde im Oktober also locker und leichtfertig der Kochmonat ausgerufen. Schließlich hatte ich mich zuvor bei einfachen und allgemein als eher idiotensicher eingestuften Kochakten (wie der simplen Produktion von essbaren Frühstückseiern) als akuter Problemfall am Herd entpuppt, und sollte nun in einem Basis-Crashkurs sanft und sorgfältig an das unerlässliche Küchen-Einmaleins herangeführt werden. Das große Ziel: Zwischenfälle wie diesen hier künftig zu vermeiden:

Eier-Koch-Fail

Auch Eier kochen will gelernt sein – obviously.

31 Tage lang habe ich also gekocht wie ein Schnellkochtopf, der seine besten Zeiten noch lange nicht gesehen hat, und möchte euch nun hier an ein paar meiner kulinarischen Kreationen teilhaben lassen. Die Rezepte habe ich größtenteils vergessen und entsprechend wird die Lektüre dieses High Class Cooking Blogs wohl leider keinen Kochkurs ersetzen. Der Küchenchef meines Vertrauens lässt aber ausrichten, dass er für Kochkurse im Münchner Umkreis gerne zur Verfügung steht. 😉

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Salat kochen!

Salat stand als erste Lektion des Kochmonats auf der Speisekarte. Allen, die wie Vorzeige-Philosoph Homer Simpson nach dem altbewährten Motto „Man findet keine Freunde mit Salat“ leben, kann ich dabei nur entgegnen – ihr habt wohl noch nie versucht mit Nacho-Salat Freunde zu finden. Nacho, Nacho, mjamm mjamm mjamm kann ich da nur sagen. Wenn auch die Bezeichnung „Salat“ in diesem Kontext ein wenig überstrapaziert erscheint, so seht ihr anhand dieses liebevoll drapierten Zutaten-Sammelfotos doch, dass zumindest ein Eisbergsalat seinen Weg in die Schüssel gefunden hat. Damit stieg der Vitamingehalt des Salates zwar nur unwesentlich an, aber so wurde dennoch zumindest ein wenig beruhigend-grünes Gesundheitsflair in das ansonsten recht üppige Nacho-Mahl gezaubert.

Kochmonat

Alle Zutaten für den Nacho-Salat auf einen Blick. Bis auf die Nachos. Die fehlen natürlich.

Rezept für den Nacho-Salat: Tex-Mex für Anfänger

Man nehme den bereits erwähnten Eisbergsalat sowie Nachos bzw. Tortilla Chips (der Unterschied erschließt sich mir nicht ganz, Schande über meinen Sombrero) und schaffe damit die Grundlage für den Nacho-Salat. Hinzu kommen Zutaten nach Gusto – in meinem Fall Mais, Bacon (ihr merkt, die vegetarischen Zeiten sind vorbei – oopsy daisy. Ich machs im Februar mit dem „Vegangen Vebruar“ wieder wett…bzw. vett 😉), Tomaten, getrocknete Tomaten, Artischocken, Avocado, Fetakäse, Oliven, Eier und ein wenig Basilikum zur Deko – Haute Cuisine am Start! Wie erwartet werden sämtliche Zutaten zunächst klein geschnitten (entgegen der Anweisungen des Küchenchefs nicht zu präzise und gleichmäßig, unser Gemüse hat schließlich Charakter), der Bacon angebraten sowie die Eier von einem ausgewiesenen Eierkoch-Profi hartgekocht. Für das Dressing werden Olivenöl, Balsamico-Essig und Arrabiata-Pesto (Hier aus dem Glas – kommt drauf klar.) vermischt und mit der Geheimzutat Kreuzkümmel abgeschmeckt. Am Schluss noch alles galant in einer großen Schüssel vermischen et voilà – fertig ist die salatige Kalorienbombe.

Kochmonat für Profis: Das finale Gourmet-Menü

So köchelte der Kochmonat nun also auf mittlerer Stufe vor sich hin und ich lernte die kleinen aber feinen Geheimnisse der Küchenwelt kennen – beispielsweise, dass man Cocktailsauce mit Ketchup, Senf und Mayo zu jeweils gleichen Teilen ganz einfach selber machen kann. Mind blown, gern geschehen! 😉

Wie ihr aber ja bereits von meiner Weinbergschnecken-Eskapade im Adventurous April wisst – zur Gedächtnisauffrischung ggf. auch nochmals hier nachzulesen – beende ich meine Monatschallenges gerne mit einem Knall. Im Falle des Kochmonats mit einem Drei-Gänge-Menü der Superlative – und lasst euch gesagt sein, auch wenn einer der Gänge Salat ist, findet ihr damit schneller Freunde als ihr „Fast Food“ sagen könnt.

Kochmonat

Ich präsentiere: die Zutaten! Vegetarier müssen jetzt ganz stark sein.

Auf der Speisekarte standen ein Salat mit Granatapfelkernen, Beeren und Avocado zur Vorspeise, Spareribs mit Süßkartoffelpüree und selbstgebackenen (bzw. eher selbst gebratenen 😉 ) Knoblauchbrotfladen zur Hauptspeise sowie Himbeer-Raffaello-Creme aus dem Glas zur Nachspeise – ein Träumchen. Selbstverständlich war das ganze Menü – wie es sich für den krönenden Abschluss des kulinarischen Kochmonats gebührt – eine grandiose Eigenleistung meinerseits, unter gezielter wenngleich minimalistischer und zurückhaltender Anleitung des Küchenchefs. Auch wenn manch retuschiertes Foto das anders darzustellen versucht. (Lügenpresse!)

Rezept Süßkartofeel Püree

Während ich einen Mordsspaß am Süßkartoffeln schälen entwickelt habe, kann der Küchenchef nicht fassen, dass er schon wieder die ganze Arbeit selbst machen muss.

Die Erkenntnisse des Abends: Süßkartoffeln schälen ist eine harte Angelegenheit, Brotfladen wenden ist einfacher als Pfannkuchen wenden (aber trotzdem schaue ich lieber anderen dabei zu), Obst macht sich verdammt gut im Salat, Spareribs gehen schneller weg als warme Semmeln, ein Foto von ihnen wäre echt schön gewesen aber ich hab den „Fotografier dein Essen und dann ab damit auf Instagram“-Lifestyle (#foodporn) wohl noch nicht genug perfektioniert, und das Himbeer-Raffaello-Rezept von Chefkoch ist ein einfaches und geniales Dessert. Meinem GöGa hats fast besser geschmeckt als das SüKaPü, und das obwohl ich noch nicht mal die Himbeeren durch Zucchini ersetzt habe.

Kochen lernen für Anfänger

Süßkartoffelpüree, Granatapfelsalat, Knoblauch-Brotfladen, Himbeer-Raffaello-Creme. Noch bevor jemand ein Foto vom fertigen Werk (und von den Spareribs) machen konnte, war alles verputzt.

Mein Kochmonat: Fazit einer frischgebackenen (Sterne-)köchin

Ob ich noch irgendwann zur großen Sterneköchin werde, steht wohl nur in den Sternen. Aber den Kochmonat kann ich dennoch als vollen Erfolg verbuchen. Nicht nur, da meine Cocktailsauce an Silvester der ultimative Partystar war (und das völlig zurecht), sondern auch, da mir in letzter Zeit immer häufiger richtig gute Gerichte gelingen – und das sogar ohne Rezept! (Man nennt mich auch Kürbissuppen-Queen. …ja okay, niemand nennt mich so) Und hey, wenns schmeckt, macht kochen sogar richtig Spaß. 😉

Ein Monat ohne Alkohol – naja, zumindest fast.

Monat ohne Alkohol

Aaaand she’s back! Nachdem ich meinen Blog nun knapp ein halbes Jahr vernachlässigt habe, wie eine Rabenmutter ihr semi-erfolgreiches Kind, bin ich nun back by popular demand um mit euch meine alkoholfreien und nicht ganz so alkoholfreien Erfahrungen der letzten Monate zu teilen. Ich war was meine monatlichen Challenges angeht nicht untätig und hätte mich an dieser Stelle natürlich schon früher gemeldet, um meine zahlreichen Leser zu beruhigen und klarzustellen, dass mich mein Monat ohne Alkohol nicht gänzlich dahingerafft hat. Aber seien wir mal ehrlich – mein erlesener Leserkreis, der sich primär auf meine Mutter und eine Handvoll mehr oder minder freiwillige Leser aus meinem näheren Bekanntenkreis beschränkt, weiß auch so, dass ich wohlauf bin. Schließlich war ich das letzte Mal vor einer Stunde in Whatsapp online.

Von Null auf 100 in knapp 24 Stunden

Zunächst einmal sei gesagt, dass meine Alkoholabstinenz mein Erinnerungsvermögen nicht gerade geschärft hat. So kann ich mich an diesem verschneiten Januar-Sonntagmorgen, an dem ich eigentlich unzählige Dinge für mein Studium zu erledigen hätte statt prokrastinierend an meinem ultra-hippen Lifestyle Blog weiterzuschreiben, ehrlicherweise nicht mehr gänzlich erinnern, in welcher Stimmungs- und Gemütslage ich mich im zweiten Abschnitt meines alkoholfreien Monats befand. Zwei Dinge sind aber sicher: Erstens, scheint sich meine Neuentdeckung des Sonntagvormittags durchgesetzt zu haben – selbst mit noch nicht ganz verarbeitetem Silvesterkater habe ich es heute nämlich zumindest schon vom Bett auf die Couch geschafft und habe mich in eine frischgewaschene Jogginghose geworfen. Success! Zweitens – ich habe den alkoholfreien Monat nicht durchgehalten. Ich habe versagt. 30 Tage ohne Alkohol – für mich unmöglich. Das Genick brachen mir ein Frank Turner Konzert am 30. Juni und damit einhergehend ein bis zehn Bier. Vielleicht waren es auch elf. Und das mitten unter der Woche – an einem Donnerstag – thirsty Thursday for sure. So knapp vor Monatsende löste sich die Ziellinie für mich also in eine verschwommene, hopfige Schlangenlinie auf. Das Versagen war groß – doch mit jedem Bier wurde es ein kleines bisschen besser.

Ein Monat ohne Alkohol: It was good while it lasted…

Nüchtern betrachtet, wird aus mir auch nach einem Monat ohne Alkohol wohl keine Abstinenzlerin mehr. Aber seien wir mal ehrlich – das hätte mein exzessives Studenten-WG-Leben künftig auch erheblich langweiliger gestaltet. (Sprach sie, während sie das gesamte Wochenende kaum das Haus verlassen hat, da sie schon VOR der geplanten Kino-Spätvorstellung eingeschlafen ist. Richtig, ich bin nicht mal wie zu guten alten Party-Animal-Zeiten erst während des Films auf meinen Nachos eingeschlafen.) Ein paar bewusst alkoholabstinente Tage haben mir aber ehrlicherweise auch nicht geschadet. Und dies sprach sie nicht nur, um all die Alkoholabstinenzler zu besänftigen, die sie mit dieser Thematik hinterlistig auf ihren Blog gelockt hat. In diesem Sinne sage ich „Cheers“! Auf einen gemäßigten und geregelten Alkoholkonsum – und wartet erstmal, was mein Monatsmotto im Dezember war. 😉

14 Tage Alkoholabstinenz: Ein Zwischenfazit

Alkoholfreier Monat

Mittlerweile lebe ich seit zwei Wochen alkoholfrei und damit ist es nun langsam an der Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Auch wenn das in diesem Fall – Achtung, überstrapaziertes Wortspiel incoming – ernüchternd und ein wenig unspektakulär ausfällt, denn ich muss sagen, dass mir die Alkoholabstinenz bisher sogar noch leichter als die Fleischabstinenz fällt. Ein paar Erkenntnisse und unerwartete Entdeckungen hat mir der Alkoholverzicht dennoch bereits eingebracht – lasset mich euch auf den neuesten Stand bringen.

Schnapsgedanken und andere Nebenwirkungen

Alkoholabstinenz

Wenn man sich bewusst dazu entschließt, über einen bestimmten Zeitraum hinweg komplett auf Alkohol zu verzichten, kommt man im Zuge dessen nicht umhin, sich auch ein paar generelle Gedanken über den eigenen Alkoholkonsum zu machen. Nüchtern betrachtet (sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen) würde ich sagen, dass ich im mehr oder minder gesunden Mittelmaß liege – auch wenn es bis dahin ein langer und steiniger Weg war. Mit ca. 14 Jahren haben wir noch alle fleißig die Grenzen ausgetestet, sie naturgegeben regelmäßig überschritten und dabei nur selten etwas für das nächste Mal dazugelernt – wie auch, mit immensem Filmriss? Mit 18 Jahren hatte der Alkohol dann seinen jugendlich-illegalen Reiz erstmal verloren, außerdem war man ja nun erstmal monatelang damit beschäftigt die ausufernden 20 Seiten Stoff für das Geschichtsabitur auswendig zu lernen. Nach einer mindestens ebenso ausufernden Abifahrt nach Calella – dem gleichzeitigen Höhepunkt und Tiefpunkt unser aller Alkoholismus – wurde dann eine neue und sehr viel erwachsenere Phase des Alkoholkonsums eingeläutet: das Genusstrinken.

Wein und Bier schmeckten auf einmal tatsächlich und waren nicht länger einzig und allein dazu da, den King auf dem Pausenhof zu markieren. Auch hatte man, so frisch ausgezogen und studentisch unabhängig, plötzlich alle Freiheiten, Zeit und Geld, um dem feuchtfröhlichen Spaß zu frönen – zumindest in der Theorie, wenn man sich nicht gerade die Money(lose)-Metropole München als Studiendomizil ausgesucht hätte. Wenn ich also sage, dass 30 Tage Alkoholabstinenz für mich durchaus eine Herausforderung darstellen, dann bezieht sich das nicht auf das Trinken per se. Es sind viel mehr die gesellschaftlichen Zusammenkünfte, Events und Konventionen, die mit einer spritzigen Rhabarberschorle zwar zweifellos auch Spaß machen – mit einem spritzigen Spritz aber eben noch ein kleines bisschen mehr.

Folgen der Alkoholabstinenz: Die Substituentensuche

Es galt also in erster Linie einen geeigneten Substituenten für den Alkohol während meiner Alkoholabstinenz zu finden. Auch das erscheint euch jetzt auf den ersten Blick vielleicht als klassisches Sucht- bzw. Entzugsverhalten. Aber nein, damit liegt ihr völlig falsch. Dabei handelt es sich vielmehr um, wie ich es nenne, klassisches Chefkoch-Verhalten. Habt ihr euch schon mal auf chefkoch.de ein Rezept durchgelesen, wart euch in einem Punkt nicht ganz sicher (Was ist eigentlich diese ominöse Mehlschwitze, von der er da immer schreibt?) und habt dann den fatalen Fehler begangen, euch die Kommentarspalte durchzulesen? Sodom und Gommorah herrscht da, das kann ich euch sagen.

Offensichtlich kann heute niemand mehr ein Rezept einfach befolgen, ohne nicht seinen ganz eigenen Senf dazuzugeben – manchmal sogar wortwörtlich. „Super Rezept, total schmackofatzig, 5 Sterne. Ich hab nur die Äpfel durch Birnen ersetzt und die Sahne durch ‚Cremefine super leicht‘, hat keiner gemerkt und hat allen super geschmeckt, hihi“. „Echt ganz tolles Rezept dein Kartoffelauflauf mit extra viel Kartoffeln und Kartoffelpüree als Beilage. Hab ich gleich nachgekocht und war innerhalb von fünf Minuten ratzeputz aufgefuttert, mein GöGa war vom KaPü total begeistert. Sogar mein Kleiner hat alles aufgegessen obwohl er eigentlich gar keine Kartoffeln mag. Ich hab nur eine Kleinigkeit geändert, und zwar hab ich einfach alle Kartoffeln durch Zucchini ersetzt. Sonst hab ich mich aber komplett an dein Rezept gehalten, kann ich voll empfehlen“.

Das Chefkoch-Phänomen (Defintion frei nach Anso): Das dringende Bedürfnis, irgendetwas völlig unnötigerweise durch etwas ganz anderes zu ersetzen – bevorzugt durch Zucchini.

Weil wir im Juni verloren haben und von Losern keiner Fotos macht - an dieser Stelle stattdessen ein Gewinnerfoto vom Pubquiz im Mai.

Weil wir im Juni verloren haben und von Losern keiner Fotos macht – an dieser Stelle stattdessen ein Gewinnerfoto vom Pubquiz im Mai.

Auch mich hat also das Bedürfnis ereilt, die Alkohollücke durch etwas zu schließen bzw. zu ersetzen. Nein, nicht durch Zucchini. Mein Substituent heißt Speiseeis. Nicht nur, weil sich in unserem Gefrierfach zufälligerweise Unmengen davon befinden, sondern auch, weil bei unserem monatlichen Pubquiz die übliche Schnaps-Schätzrunde (das Team, das eine Schätzfrage richtig beantwortet, gewinnt eine Schnapsrunde) im Juni erstmals durch eine Eis-Schätzrunde ersetzt wurde und wir das erste Mal eine solche gewonnen haben. Hitze, Eis, läuft bei uns – und das wortwörtlich. 😉

Neuentdeckung des Monats: Der Sonntagvormittag

Die größte Neuentdeckung, die mir mein alkoholfreier Monat bisher eingebracht hat, ist überraschenderweise weder alkoholfreies Bier (bäh!) noch die Tatsache, dass man „auch ohne Alkohol Spaß haben kann“ (2 Euro ins Phrasenschwein bitte, meine Urgroßeltern hätten gerne ihre Erkenntnis zurück). Nein, die gravierendste Neuentdeckung – besser gesagt Wiederentdeckung -, die mir die Alkoholabstinenz beschert hat, ist eindeutig der Sonntagvormittag. In Kindertagen wurde der Sonntagvormittag noch wertgeschätzt, um frühmorgens endlich ungestört dem schon damals geliebten, wenngleich elterlich verbotenen Trash-TV zu frönen, um wenig später zu Teenager- und Pubertätszeiten einen akuten Absturz auf der Beliebtheitsskala zu erleiden und zugunsten des langen Schlafes jahrelang fast gänzlich ignoriert zu werden. Fortan musste der Sonntagvormittag bis in die frühen Erwachsenenjahre hinein ein trauriges Dasein als verkaterter und damit vollkommen unbrauchbarer Tagesabschnitt fristen, der zwar ein kurzes Revival in den frühen Zwanzigern erlebte, als zweimal Feiern pro Wochenende auf einmal zu anstrengend wurde und Samstagabende nach erfolgreicher Freitagsfeierei meist mit verkaterten Spieleabenden verbracht wurden und Sonntagvormittage entsprechend frisch und frei genutzt werden konnten, der aber bereits Mitte der Zwanziger wieder komplett in der Versenkung verschwand als die Phase des Auskaterns auf einmal auf mindestens zwei, wenn nicht drei, Tage erhöht wurde und man an Sonntagvormittagen entsprechend noch von der Freitagsfeierei völlig flach lag.

Mir ist bewusst, dass der vorangegangene Satz ein Schachtelsatz des Grauens ist. Wer am Ball geblieben ist (Ahh stop it, jetzt auch noch ein EM-Wortspiel?!) und damit einer der wenigen Auserkorenen ist, die sich erfolgreich bis zu diesem Punkt des Blogeintrags durchgekämpft haben (Survival of the Schachtelsatz wenn man so will, klassischer Grammatik-Darwinismus), der hat es verdient zu erfahren, was ich mit all der neuen sonntagvormittaglichen Zeit so angefangen habe – Frühschoppen war es ja offensichtlich nicht. Nein, die Alkoholabstinenz hat mir in erster Linie sonntagvormittagliche LANGEWEILE eingehandelt. Was macht man an Sonntagvormittagen, wenn nicht verkatert rumschloppen oder verschloppt rumkatern? Vor allem bei deutschlandüblichem Sieben-Tage-Regenwetter? Ich habe keine Ahnung. Absolut keine Ahnung. Das herauszufinden, wird die eigentliche Challenge für meinen restlichen alkoholfreien Juni werden. I’ll keep you posted.

Magic May: Zaubern lernen für Dummies

Magic May
Lern‘ zaubern haben sie gesagt. Das ist ganz einfach haben sie gesagt. Seit nunmehr drei Jahren führe ich im Rahmen meiner Arbeit regelmäßig Künstlerinterviews, darunter auch der ein oder andere Zauberer. Manche davon zaubern eher das gute alte Kaninchen aus dem Hut, während andere sich auf große und moderne Illusionen à la David Copperfield spezialisiert haben. Gemeinsam haben sie jedoch alle eines: Die Ansicht, dass Übung allein den Zaubermeister macht und in uns allen ein kleiner Houdini schlummert. Und gutgläubig wie ich bin, habe ich mich schon selbst die großen Hallen in Las Vegas füllen und die Chinesische Mauer wegzaubern sehen. Dieser Gedanke sollte aber auch die einzige Illusion bleiben, die ich im Magic May zustande gebracht habe. Falls ihr also immer schon mal schonungslos und ungeschönt wissen wolltet, wie weit man ohne jegliches Talent und ohne einen Hauch von Fingerfertigkeit beim Zaubern wirklich kommt – hier sollt ihr es erfahren. 😉

Kein Magic May ohne die richtigen Zaubergadgets

Ein Zauberer ist natürlich immer nur so gut, wie sein cooles Equipment. Ob ich mir also mit der Auswahl des Billig-Zauberkastens für Kinder selbst ein Bein gestellt habe, sei mal dahingestellt. Aber jeder fängt nun mal irgendwann ganz klein an und außerdem sei angemerkt, dass die angebotenen Zauberworkshops in München und Umgebung einfach nur schweineteuer sind (aber immerhin kann man dann schon mal sicher sein, dass die Anbieter wissen wie man seinem Publikum das Geld aus der Tasche zaubert) und die meisten YouTube-Zaubertutorials für Anfänger dank diversen Fachbegriffen einfach nur unverständlich sind. #SwingCut, #FalseShuffle, #Rifflen (hat das was mit Kartoffelchips zu tun?), #TotalEinfacherZaubertrick.

Kartentricks: Mein neues Feld der Expertise.

Kartentricks: Mein neues Feld der Expertise.

Auch der Zauberkasten für Kinder war – wider Erwarten – keine große Hilfe auf meinem Weg vom Zauberlehrling zum Hexenmeister (#GoetheReferenz, #SoSophisticated), denn im knackigen Alter von 25 Jahren ist man leider nicht mehr süß genug, um irgendjemanden mit dem Trick Zauberstab an der Hand schweben lassen zu beeindrucken, der als Requisiten einen Zauberstab, eine Hand und ein Stück Klebeband erfordert. Als ich schon kurz davor war meine kurze aber intensive Zauberkarriere wieder an den Zauberhut zu hängen, fand sich gegen Ende des Magic May doch noch mein wahres Talent – der good old Kartentrick. Gut, womöglich brauche ich dazu gezinkte Karten und gut, womöglich habe ich anfangs überlesen, dass die Karten gezinkt sind – und mich entsprechend fluchend darüber beschwert, dass die beschriebenen Zaubertricks aus der Anleitung des Kartendecks einfach nicht funktionieren (ihr merkt, der Titel Zaubern für Dummies kommt nicht von ungefähr 😉 ). Aber nachdem diese Anfangsschwierigkeiten nun überwunden sind, zaubere ich euch eure gezogene Karte schneller wieder aus dem Stapel hervor als ihr überhaupt schauen könnt. …gut, womöglich auch nur, wenn ihr relativ langsam schaut.

The Great Joy Leslie: Lernen vom ganz Großen

Mut zum Trash: The Great Joy Leslie zaubert mit einer Mülltüte.

Mut zum Trash: The Great Joy Leslie zaubert mit einer Mülltüte.

Man soll ja bekanntlich aufhören wenn’s am schönsten ist, deswegen habe ich nach meinen bahnbrechenden Kartentrickerfolgen die aktive Zauberei an den Nagel gehängt und den Magic May stattdessen mit dem Besuch einer Zaubershow passiv ausklingen lassen. Sagte ich passiv? I wish! Am 26. Mai trat The Great Joy Leslie (der unter anderem häufig im Vorprogramm von AnnenMayKantereit zaubert) im Vereinsheim Schwabing auf und voll freudigen Übermutes, dass sich für meinen Zaubermonat alles so wunderbar fügt, habe ich sogleich Karten bestellt. Zwei Dinge habe ich dabei leider nicht bedacht: 1. Das Vereinsheim bietet nur Platz für ein sehr begrenztes Publikum. 2. Zaubershows sind meistens interaktiv.

In mir schlummert leider ebenso wenig Rampensau wie Houdini (Top-Voraussetzungen für einen aspirierenden Profizauberer!), sodass ich bei Shows nur äußerst ungern – und entsprechend umso häufiger – auf die Bühne gezogen werde. Bei meiner letzten Zaubershow vor einem Jahr in Las Vegas war das kein Problem, schließlich macht sich David Copperfield natürlich nicht die Arbeit, fünf Stunden bis zu den billigen Plätzen ganz nach hinten zu laufen. Joy Leslie hingegen gab sich wirklich größte Mühe, sein gesamtes Publikum in die Show einzubinden. Meine Begleitung Toni und ich saßen also die ganze Zeit auf glühenden Kohlen bzw. glühenden Barhockern und beteten, nicht zersägt oder anderweitig verzaubert zu werden. Während dieser Adrenalinrausch die Freude über die ansonsten sehr gelungene Show ein wenig trübte, muss man Joy Leslie echt zugute halten, dass er uns die Panik vermutlich an der Nasenspitze angesehen und uns deswegen verschont hat. Ein wirklich gelungener Abschluss des Magic May und wer auf Zauberei und Humor mit einer gesunden Mischung Herzinfarkt steht, der ist bei Joy Leslie auf jeden Fall in besten Zauberhänden.

Aus der Zauber: Mein Résumé

Fotobeweis: Mein Basilikum lebt!

Fotobeweis: Mein Basilikum lebt!

Dieses Résumé kommt für euch jetzt vielleicht unerwartet und ist für viele sicherlich auch ein Schock, aber nach langem Abwägen habe ich entschlossen, meine Zauberkarriere nach dem Magic May nicht weiterzuführen. Der Gedanke, dass Awesome Anso eines Tages die Zauberbühnen der Welt erobert, ist zwar in unser aller Köpfen fest verankert, doch manchmal muss man sich eben auch auf seine wahren Stärken besinnen und die Wunschträume weiter Träume sein lassen. Zudem ist mir während meines Zaubermonats erst bewusst geworden, wie viel wahre Zauberei und Wunder eigentlich schon in unserem Alltag stecken. Nicht zuletzt die Tatsache, dass ich seit geschlagenen drei Wochen einen Basilikum am Leben erhalte. It’s magic!

Adventurous April Part 3: Das Abenteuer hat ein Ende

Abenteuer
Mein Abenteuer neigt sich langsam dem Ende zu und deswegen ist es Zeit, euch an dieser Stelle von meinen letzten großen Erlebnissen des Monats zu berichten. Allen voran: Das tolle Essen im äthiopischen Restaurant Blue Nile am Kurfürstenplatz in München, das vor allem in Kombination mit dem traditionellen und ziemlich süffigen Honigwein wirklich gut geschmeckt hat. Abenteuerlich war es dennoch – nicht nur, weil man das dazu gereichte Brot als Besteck benutzt und die eigene Fingerfertigkeit leider mit jedem Schluck dieses teuflischen Honigweins abnimmt – sondern auch, weil sich in meinem Essen unter anderem ein ganzes hartgekochtes Ei und ein Hähnchenflügel samt Knochen versteckt haben. Wie man das ohne Besteck essen soll, ohne danach entweder sich selbst oder das ganze Restaurant einer Grundreinigung unterziehen zu müssen, kann ich mir bis heute zwar beim besten Willen nicht ganz vorstellen, wer aber selbst mal Lust auf ein Essensabenteuer und Spaß an internationaler Küche hat, dem kann ich das Blue Nile und die äthiopische Küche im Allgemeinen (nicht zu vergessen sei hier das von mir in der Vergangenheit getestete und fast noch für besser befundene Café Omo in der Poccistraße) nur sehr ans Herz legen. Die Antwort auf die Frage, ob ich mich geschlagen gegeben und zum Besteck gegriffen oder das Restaurant standesgemäß wie ein kleiner Dreckspatz verlassen habe, überlasse ich an dieser Stelle übrigens eurer Fantasie. 😉

Ending it with a bang: Das Weinbergschnecken-Tasting

Schnecken im Teigmantel...

Weinbergschnecken im Teigmantel…

Aber genug von den schönen Dingen des Lebens. Getreu der altbekannten Lebensweisheit „Lieber ein Ende mit Schnecken, als ein Schrecken ohne Ende“ habe ich mich im Adventurous April nämlich auch meiner eigenen Schmerzgrenze gestellt und spontan ein Weinbergschnecken-Tasting einberufen. Falls man das so nennen kann, meine feigen Freunde haben sich nämlich alle erfolgreich vor diesem kulinarischen Höhepunkt gedrückt, sodass ich mich alleine einer riesigen Schneckenportion gegenüber sah.

...sehen rein optisch gar nicht mal so abenteuerlich aus.

…sehen gar nicht mal so abenteuerlich aus – zumindest auf den ersten Blick.


In weiser Voraussicht griff ich zur bereits zubereiteten Variante aus dem Kühlregal, in der die Schnecken nicht nur unter einem Teigmantel, sondern auch unter einem enormen Kräuterhaufen verborgen sind. Ich hoffte, dass ich so einer direkten Begegnung mit den Schnecken sowohl optisch als auch geschmacklich entgehen könnte und dass es eher wie einer dieser harmlosen Momente wird, in denen man den Salat nicht richtig gewaschen hat. Als ein recht angenehmer und durchdringender Knoblauchgeruch aus dem Ofen durch meine Küche strömte, fühlte mich mich zunächst in meiner Annahme bestätigt. Als ich jedoch zu Messer und Gabel griff und eines dieser – nennen wir sie auch mal liebevoll wie die Hersteller „Canapés“ – aufschnitt, purzelte mir dann doch noch eine leibhaftige Schnecke entgegen und ich wusste, dass ich mich zumindest bei diesem Abenteuer ein wenig übernommen hatte. Ich nahm einen kleinen Bissen (der by the way tatsächlich nur nach Knoblauch geschmeckt hat) und schwor mir währenddessen, dass ich niemals nie als Z-Promi enden werde. Nicht nur, weil es irgendwie peinlich ist, sondern auch, weil ich anscheinend nicht einmal das Zeug zu temporärem Ruhm als Dschungelkönigin habe und mich folglich erst einmal schweißtreibend bei Let’s Dance durchschlagen müsste, bevor ich zu coolen Sendungen wie Promi Shopping Queen eingeladen werde. Das erscheint mir echt zu anstrengend, da mach ich lieber mal mein Studium fertig.

Die Statisten des Adventurous April

Leider konnten nicht alle alltäglichen Abenteuerlichkeiten meines Abenteuermonats in diesem Lifestyleblog Erwähnung finden. Denn, ihr kennt das ja bestimmt, manchmal kann man sich einfach nicht mit so Banalitäten wie einem tollen Berlin-Wochenende, einem schönen Ausflug nach Augsburg oder in die oberbayerische Pampa namens Haag aufhalten, sondern muss stattdessen eine halbe Seite lang über veganen Keese philosophieren.

Zur Vervollständigung hier aber nun noch eine – vermutlich unvollständige – Liste meiner restlichen Abenteuer:

  • Rittersport mit Tortilla Chips Geschmack – ja ernsthaft, sowas gibts!
  • Club Mate – an dieser Stelle ein Shoutout nach Berlin an Hipster-Chris
  • Pitahaya aka Drachenfrucht – geschmacksneeutraler als Keese!
  • Neue Hummus-Sorten „Kürbis“ und „Falafel“ – für jemanden, der wie ich sowieso jeden Tag Hummus isst, gar nicht mal so spektakulär 😉
  • Olivenfrischkäse – beste Entdeckung des Adventurous April!
  • Haribo Saure Goldbären
  • Flammkuchen Chips
  • Apfel-Birne-Landfrüchte-Saft
  • selbstgemachte Süßkartoffelpommes <3
  • Eine abenteuerliche Bewerbung als Fernsehfilm-Statistin gefolgt von einer niederschmetternden Absage. Naja, wenn die wüssten, wie gut ich blöd in der Gegend rumstehen kann…
  • Last but not least und vermutlich für immer in meinem Schrank: Der Flying Power X-treme Sour Apple Explosion Energydrink – der Name sagt denke ich schon alles.

Das Abenteuer hat ein Ende: Mein Résumé

Alles in allem kann ich den Adventurous April jedem empfehlen, der sich gerne ein wenig Abenteuer in den Alltag holen möchte. Es lohnt sich wirklich, die Augen bei alltäglichen Aktivitäten – wie dem Einkauf und der Freizeitgestaltung – offen zu halten und ab und zu Entscheidungen fernab des antrainierten Automatismus zu treffen. Insbesondere, wenn man wie ich bei seinen Abenteuergelüsten wesentlich lieber auf hohen Blutzucker als auf hohen Blutdruck setzt. 😉