Rückblick: Was bisher geschah…

Sportmonat-Rückblick

Auch wenn dieser Blog leicht verspätet daherkommt, so habe ich mein neues Vorhaben doch bereits direkt nach dem alljährlichen Neujahrs-Auskatern in Angriff genommen. Damit ihr also alle auf dem aktuellen Stand seid, hier nun eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse.

Januar 2016: Aller Anfang ist schwer – oder?

Pünktlich zum Jahreswechsel wird man ja allseits mit seiner körperlichen Unvollkommenheit konfrontiert. Der Wocheneinkauf bei Aldi wird zum inneren Konflikt, da man überlegt, ob man zusätzlich zu Seife und Bananen noch den Crosstrainer für spendable 200 Euro oder zumindest die praktischen 3-Kilo-Hanteln mit in den Einkaufskorb packen sollte, für den Fall dass man seinen körperlichen Verfall doch noch stoppen und sich in naher Zukunft eines dieser ominösen YouTube-Fitnessvideos ansehen möchte – und zwar diesmal nicht nur bis zum vorangehenden Werbespot. Als Opfer der Marketingindustrie fand also auch ich mich von den üblichen weiblichen Selbstzweifeln geplagt, die sich in meinem – Silvesterbedingt noch leicht aufgeschwemmten – Gesicht deutlich abzeichneten. Ein ambitionierter und wohl auch etwas vorschneller Entschluss wurde gefasst: Januar sollte der Sportmonat werden. Der Plan: Jeden zweiten Tag Sport und zwar – dem inneren Schweinehund zum Trotz – mindestens eine Stunde lang.

Am 1. Januar entschied ich mich, lieber am 2. Januar anzufangen. Machte schließlich auch Sinn, ich wollte ja nicht an jedem ersten Tag Sport machen. Am 2. Januar zog ich es aber durch. Ich ging schwimmen, ich schwitzte (vermutlich, wer kann das im Wasser schon so genau sagen) und fühlte mich großartig. Am 4. Januar ging ich joggen. Ich hasse joggen, müsst ihr wissen. Aber ich quälte mich in der Kälte, wurde röchelnd von all den fitteren Joggern passiert, die mit einem mitleidigen Lächeln ausdrückten, dass sie mich für einen dieser Amateure hielten, die sich für das neue Jahr vorgenommen haben „endlich fit zu werden“ und sich spätestens nach zwei Wochen wieder dem Schokolade-und-Lieblingsserie-Marathon als einzige Form des Ausdauersports zuwenden. Wenn die wüssten. Ich joggte weiter erhobenen Hauptes meine Route, an der vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße entlang – als unerfahrener Jogger kommt man ja weder weit, noch kennt man die schönen Runden – und nach getaner Arbeit fühlte ich mich wieder großartig.

Am 6. Januar – wurde ich krank. Und zwar so richtig. Eine geschlagene Woche lang war ich außer Gefecht gesetzt und an Sport war nicht zu denken. Der Sportmonat war an höheren Mächten gescheitert und – getreu meiner Natur – stellte ich sogleich mein ganzes Monthly Madness-Projekt infrage.
Die Rettung: Mein Mitbewohner Michi. Wie ein heller Stern am Horizont kam er nach längerer Abwesenheit nachhause und machte mich darauf aufmerksam, dass ich während meiner Krankheit ja nicht komplett untätig gewesen sei. Immerhin hatte ich eine geschlagene Woche lang nicht abgespült, weshalb der Januar ja wohl klarerweise nie tatsächlich der Sportmonat, sondern im Herzen doch immer schon der Nicht-Abspül-Monat gewesen sei. Und recht hatte er: Ich hatte mich in der Tat hingebungsvoll – wenn auch unterbewusst – dem Nicht-Abspülen verschrieben und zahllose eingetrocknete Teller standen als eindrucksvolles Stillleben in der Spüle bereit, um meine Konsequenz zu beweisen. Monthly Madness war gerettet. Mit neuer Motivation machte ich mich sogleich an die Arbeit – oder eben auch nicht – und spülte den gesamten Rest-Januar mit eisernem Willen und jeglichen Urtrieben zum Trotz keinen einzigen Löffel mehr ab. Der Januar wurde somit als erster Monthly Madness-Monat nach kleinen Anfangsschwierigkeiten – und als echter WG-Härtetest – doch noch erfolgreich abgeschlossen. Positiver Nebeneffekt: Michi darf sich jetzt offiziell „Meister an der Seife“ schimpfen. Sein nächstes Ziel ist übrigens der Titel „Zauberer am Herd“ – mal schauen, vielleicht kann ich damit ja bald mal im Rahmen eines Nicht-Koch-Monats behilflich sein. 😉

Ausgerechnet Schaltjahr: Der Sportmonat reloaded

Im Februar wagte ich dann – dank all der neugewonnenen Abwehrkräfte frisch gestärkt und von all dem Nicht-Abspülen ausgeruht – einen neuen Versuch und stellte mich erneut dem Angstgegner: dem Sportmonat. Ich begann taktisch unklug am 1. Februar, weshalb sich schaltjahrbedingt alle Vorteile, die ich aus der Kürze des Monats hätte ziehen können, mit einem Schlag in Luft auflösten. 15-Mal Sport standen im Februar also auf dem Programm und 15-Mal Sport wurden auch durchgezogen. Nun muss man dazu sagen, dass ich in der Wahl meiner Sportarten nicht halb so kreativ bin, wie in meiner Monatsplanung. Entsprechend fiel die tatsächliche Umsetzung des Sportmonats recht karg und unspektakulär aus. Schwimmen und joggen wechselten sich ab, wobei Letzteres aus Zeitgründen deutlich überwog. Denn eines habe ich gelernt – selbst ein fauler Student wie ich findet kaum die Zeit, um jeden zweiten Tag effektiv Sport zu machen. Shoutout an alle sportlichen Fulltime-Worker da draußen: Wie zum Teufel machts ihr das bloß?

Aus besagtem Zeitmangel ergab es sich auch, dass ich am vorletzten Sporttag abends um 21 Uhr nach Hause kam und der tägliche Sport noch nicht erledigt war. Zum Schwimmen war es zu spät, an Joggen war aufgrund der gefühlten 20 Minusgrade nicht zu denken. (Anmerkung an dieser Stelle: Falls ihr euch gefragt habt, warum es im Februar genau jeden zweiten Tag geregnet, gestürmt und geschneit hat: Das war mein Sporttag und irgendeine höhere Macht hatte ihren Spaß damit.) Ich stand also vor einem inneren Dilemma und musste in der Not auf etwas zurückgeifen, über das ich mich zuvor bei jeder Gelegenheit hartnäckig lustig gemacht hatte: Die guten alten YouTube-Fitnessvideos. Zwar hatte ich ein Jahr zuvor einmal ein solches 50-minütiges Video in Minute 7 keuchend und röchelnd abgebrochen, in meinen jungen, unerfahrenen und tölpelhaften Gedanken waren diese Videos aber dennoch „Irgendwie kein richtiger Sport“. Um also zumindest „ein bisschen zu schwitzen“ suchte ich mir das mit knapp 55 Minuten längste und furchterregendste Video von Startrainerin Jillian Michaels aus. In diesem grinsten mir drei glückliche Muskel-Barbies bei jeder Übung freudestrahlend entgegen und schlugen mir vor, im Falle von Erschöpfung doch einfach ein bisschen auf der Stelle zu joggen. Aktive Pause nennt sich das, passive Aggressionen habe ich dabei entwickelt. Das Ende vom Lied: Mein Muskelkater setzte etwa fünf Sekunden nach Beenden des Videos ein, bemerkt habe ich ihn beim Öffnen des Fensters, das von all meinem Schweiß komplett beschlagen war. (True story!)
Am letzten Sporttag ging ich dann wieder schwimmen – endlich wieder Zeit für richtigen Sport! Im Vergleich zum YouTube-Video fast schon entspannend.

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